Trägerverein des Hotel Regenbogenhaus
Anliegen war es, Absolventen von Förderschulen für Lern- und Geistigbehinderte eine berufliche Qualifizierung im Hotel- und Gaststättengewerbe zu ermöglichen und ihnen nach erfolgreichem Abschluss der Trainingsmaßnahme einen unbefristeten Arbeitsplatz im Hotel "Regenbogenhaus" vertraglich zu sichern.
In das Projekt wurden insgesamt 21 Teilnehmer aufgenommen. 13 Jugendliche haben die Qualifizierung bereits am 01.12.1998 begonnen, die restlichen 8 begannen am 01.09.1999.
Ein Mitglied des Vereins ist der Berufsausbildungs- Förderverein Brand-Erbisdorf e.V. (BAFV), der vor allem behinderte und benachteiligte Jugendliche in verschiedenen Berufen ausbildet und qualifiziert.
In seiner Satzung hat sich der BAFV folgende Ziele gestellt:
Als kompetenter Partner übernahm der BAFV die qualifizierte Einarbeitung der im Projekt tätigen Jugendlichen im gastgewerblichen, hauswirtschaftlich-technischen sowie im Küchenbereich und stattete sein ehemaliges Internat in Brand-Erbisdorf als "Übungshotel" für die Qualifizierung der Teilnehmer aus.
Den Teilnehmern standen zur Verfügung:
Dadurch wurden den Jugendlichen die besten Voraussetzungen geboten, ihre künftigen Arbeitsbereiche kennen zulernen, und sich das nötige Können für ihren beruflichen Einstieg in das spätere Hotel "Regenbogenhaus" anzueignen. Die Einarbeitungszeit umfasste die Arbeit in jedem Bereich. Danach hatte jeder Teilnehmer die Möglichkeit, sich für ein Aufgabengebiet zu spezialisieren.
Während der qualifizierten Einarbeitung standen den behinderten Jugendlichen vier Ausbilder, zwei Stützlehrer und zwei Sozialpädagogen zur Seite, die alle über Erfahrungen in der Arbeit mit benachteiligten Menschen verfügten.
Infolge der vorhandenen Lernbehinderungen sowie der geistigen Behinderungen der Jugendlichen konnten notwendige theoretische Grundkenntnisse fast ausschließlich anhand praktischer Beispiele vermittelt werden.
Hauptschwierigkeiten bei der Vermittlung der Ausbildungsinhalte waren zum einen die starken Niveauunterschiede der einzelnen Teilnehmer in den Gruppen sowohl im Verständnis sowie in der praktischen Arbeit.
Dazu wurde die existierende Fachliteratur durch das Ausbildungspersonal im Verlaufe der Ausbildung zunächst stark vereinfacht, sehr bildhaft dargestellt, oft ganz individuell auf Arbeitsblätter oder Anschauungstafel aufbereitet und Arbeitshilfen entwickelt.
Gleichzeitig bedurfte ein großer Teil der Teilnehmer ständige Betreuung (Anleitung, Kontrolle, Aufsicht) und war nicht in der Lage, über längere Zeit selbständig zu arbeiten.
Viel Zeit musste auch für sehr persönliche Gespräche aufgewendet werden um auftretende Probleme zu lösen und entsprechende Lebenshilfe zu geben.
Immer wieder zeigte sich auch, dass in allen Bereichen geübte und scheinbar gefestigte Tätigkeiten und Arbeitsabläufe wiederholt und neu geübt werden mussten und ein kontinuierlicher Wissens- und Könnenszuwachs nicht immer gegeben war. Die individuellen Leistungen waren oft abhängig von der Tagesform der Jugendlichen.
Aufgrund der Tatsache, dass ein Teil der Jugendlichen nicht oder nur sehr mangelhaft lesen konnte war auch die Arbeit in Schrittfolgen mit Arbeitskarten nur teilweise möglich. Auch bei praktischen Tätigkeiten in der Küche wie beim Abmessen und Abwiegen von Mengen oder Arbeiten nach Rezeptvorlagen, im Service beim Abzählen von Geschirr, Besteck und dgl. oder im hauswirtschaftlichen Bereich wurden immer wieder Grenzen sichtbar und mussten individuelle Arbeitshilfen gefunden werden.